Kreativität und Applaus
- Elke Wirthwein
- 14. Nov.
- 1 Min. Lesezeit
Ich habe immer gemalt was ich wollte, was in mir war und raus wollte. Das war früher ganz selbstverständlich. Doch je sichtbarer ich wurde, desto mehr kam der Anspruch perfekt sein zu wollen und dort beginnst die Falle. Genau da verliere ich mich.
Entwicklung hat für mich wenig mit Perfektionismus zu tun. Entwicklung passiert unwillkürlich im Tun.
Sobald der Kopf die Alleinherrschaft übernimmt, verliere ich die natürliche Kreativität. Dann geht es nicht mehr um Ausdruck sondern um Anerkennung. Anerkennung kann sehr leise das Ruder übernehmen ohne das man es merkt.
Warum machen wir uns abhängig vom Applaus anderer?
Vielleicht, weil Applaus wie eine Bestätigung wirkt, dass das was wir tun richtig ist. Es ist nur eine Momentaufnahme gerade vorherrschenden Vorlieben.
Sehen wir Picasso, als er anfing Formen aufzulösen, bekam er nicht gerade Applaus dafür. Später als sich die Grundtendenz änderte war er angesagt und gefeiert. Da gibt es sicher noch viele Beispiele.
Jeder der sich sichtbar macht ist einer Meinung ausgesetzt. Nur wie sehr sie mich trifft, ist allein von mir abhängig. Als ich das annähernd verstanden haben konnte ich wieder bei mir ankommen. Was ist also perfekt?


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